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Ich liebe das Schreiben von Kindergeschichten. Die verfasse ich auch auf Bestellung. Und wenn sie einem guten Zweck dienen sollen, dann gerne auch kostenlos. Bei Interesse, Mail genügt. Hier ist eine kleine Auswahl:
Der rote Samtknopf Als der Schneemann in den Frühling-Sommer-Winterschlaf ging Serkan sucht Freunde Als der Osterhase Erdbeereis legen wollte
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Zeichnung von Rivka Simmel (www.simmel-artwork.de)
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Opa Wieland ist Erfinder, Dichter, Weitspuckrekordhalter und noch mindestens 27 Dinge mehr. Und er besitzt viele merkwürdige Merkwürdigkeiten, zum Beispiel eine alte Blechdose mit den unterschiedlichsten Knöpfen, sehr vielen Knöpfen. „Diese Knöpfe haben die abenteuerlichsten Geschichten erlebt“, erklärt Opa Wieland. „Und wenn man sie sich ans Ohr hält, dann erzählen sie dir davon.“
Da gibt es zum Beispiel den großen Knopf, der mit rotem Samt überzogen ist. Früher war er an der prächtigen Jacke des Prinzen Püppi angenäht. Prinz Püppi schämte sich immer für seinen Namen. „Püppi“, grummelte er, „wer heißt denn schon Püppi? Und das auch noch als Junge?!“ Aber als er geboren wurde, war er so klein wie ein Püppchen. Und deshalb nannte ihn seine Mutter so – und blieb auch dabei. Und daher nannte ihn auch bald das ganze Königreich so.
Prinz Püppi hatte von klein auf eine Vorliebe für die Farbe Rot. Alles musste bei ihm rot sein. Sein Bett, seine Spielsachen, seine Anziehsachen, ja selbst seine Zahnpasta war rot. Und wenn er einmal etwas nicht bekam, sah er rot und wurde rot. Vor allem mochte er es gar nicht, wenn irgendjemand anderes irgendetwas Rotes hatte. Alles Rote sollte nur ihm gehören.
Eines Tages war es wieder Mal so weit. Er bekam einen seiner vom ganzen Hof gefürchteten Zornesausbrüche und nahm die Farbe seiner prächtigen roten Jacke an. Er wollte seine Kartoffeln nicht essen, weil sie nicht rot waren. „Püppi, es gibt aber keine rote Kartoffeln, also jetzt iss sie endlich“, versuchte seine Mutter ihm zu erklären. „Es muss aber welche geben, sonst esse ich sie eben nicht“, antwortete Püppi wütend. „Dann müssen wir eben unsere Kundschafter in das Königreich schicken. Sie sollen welche suchen!“, schrie Püppi und wurde bedenklich rot dabei.
Seine Mutter schüttelte den Kopf. „Nein Püppi, diesmal nicht. Wir mussten schon unsere Kundschafter schicken, um sämtliche roten Socken einzusammeln und um rote Schmetterlinge zu fangen und um rote Schokolade zu finden. Diesesmal werde ich die Kundschafter nicht schicken. Rote Kartoffeln gibt es nämlich einfach nicht. Genauso wenig, wie es rote Schokolade gab.“ „Pah, dann werde ich lieber verhungern“, erwiderte Püppi beleidigt, was angesichts seiner wohlgenährten Leibesfülle eigentlich nicht unmittelbar zu befürchten war.
Die natürlich ganz in rot beschürzte Köchin hörte das Gespräch mit, räumte ganz still die Kartoffeln wieder ab und verschwand in der Küche.
Eine halbe Stunde später kam sie wieder zurück und servierte Prinz Püppi rote Kartoffeln. „Potz-Blitz, wo hast du die denn so schnell her?“, wunderte sich Prinz Püppi und begann zu essen, was das Zeug hielt. „Die wachsen doch in unserem königlichen Garten, ich habe sie nur jetzt erst richtig bemerkt“, sagte die Köchin und zwinkerte dabei Püppis Mutter zu. Auf dem Weg zurück in die Küche flüsterte sie der Königin zu, dass sie die Kartoffeln einfach mit roter Beete gefärbt hatte. Und da musste Püppis Mutter leise lachen.
Püppi aß derweil wie ein Wilder die roten Kartoffeln. „Köstlich…herrlich…“, schmatzte er. Dabei wurde sein Bauch so dick, dass ein roter, samtbezogener Knopf an seiner Jacke absprang. Und irgendwie landete dieser Knopf irgendwann in Opa Wielands Blechdose.
Schau dir doch mal deine Knöpfe ganz genau an. Wer weiß, vielleicht haben sie auch dir eine ganz besondere Geschichte zu erzählen… (ton)
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Zeichnung von Rivka Simmel (www.simmel-artwork.de)
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Als der Schneemann in den Frühlings-, Sommer-, Herbstschlaf ging...
Es war der erste wärmere Tag im Februar. Und genau um halb zehn morgens hörte man ein fröhliches Singen am Himmel: „Der Schnee geht jetzt nach Hause, der Schnee geht jetzt nach Hause!“ Es war die Sonne, die auf die Erde blickte und zusah, wie der Schnee langsam schmolz und in den Boden versickerte. „Überhaupt nicht wahr! Ich geh überhaupt nicht nach Hause!“ rief da eine weiße, rundliche Gestalt mit einer Möhre als Nase. Das war der Schneemann, den das Gesinge der Sonne schrecklich ärgerte. „Hör auf zu singen, das hört sich ja furchtbar an und außerdem stimmt es nicht“, schnauzte er nach oben. „Und es stimmt doch“, sagte die Sonne, „du kannst nichts dagegen tun, meine Sonnenstrahlen werden jetzt langsam etwas wärmer und das ist auch gut so“. „Ich kann da gar nichts dran gut finden, ich mag es nicht wenn es warm wird. Ich komme mir dann immer vor, als würde ich eine Diät machen, weil ich ständig abnehme. Und so was habe ich überhaupt nicht nötig. Und außerdem werde ich dann irgendwie so müde. Also laß mich jetzt in Ruhe und verschwinde“ Der Schneemann war ziemlich beleidigt und wollte mit der Sonne nicht mehr weiter reden. Doch es half nichts. Ihr Freund, der Wind, blies noch die letzten Wolken davon und so stand sie als großer gelber Ball am blauen Himmel und wärmte Luft und Boden. „Sie mal, Schneemann“, versuchte sie zu erklären, „ich kann ja verstehen, daß du mich nicht magst und daß ich dir nicht gerade gut tue. Aber du mußt auch mal die anderen sehen“. „Welche anderen, ich sehe keine anderen“. „Das ist es ja gerade. Alle warten darauf, daß sie wieder kommen dürfen. Zum Beispiel die Vögel. Als es bei uns kalt wurde, sind sie nach Afrika in den Urlaub geflogen. Aber ihre Ferien sind jetzt langsam vorbei. Die kleinen Vögel müssen wieder in die Vogelschule gehen und die großen müssen wieder arbeiten. Aber das können sie nur, wenn es bei uns wieder warm genug ist“. „Was gehen mich die Vögel an, ich brauche keine Vögel“. Der Schneemann war einfach uneinsichtig und mußte andauernd stark gähnen. Die Sonne versuchte es noch einmal. „Weißt du, nicht nur die Vögel brauchen Wärme, auch alle Pflanzen und Blumen. Ohne meine Kraft können sie nicht wachsen. Die Bäume bekommen keine Blätter und die Blumen kommen nicht aus der Erde heraus“. „Na und, Pflanzen brauche ich auch nicht“, trotze der Schneemann, aber nur noch sehr undeutlich, weil er langsam dahin floß. „Aber die Menschen brauchst du“, sagte die Sonne, froh, daß sie jetzt das richtige Argument gefunden hatte, „denn ohne die Menschen kannst du gar nicht gebaut werden, ätsch“. „Hm, da ist was dran. Aber warum brauchen die Menschen deine Wärme?“, fragte er. „Weil ich nicht nur Wärme bringe, sondern auch Licht. Und wenn die Menschen immer nur Kälte und trübe Tage um sich haben, werden sie unerträglich. Sie wollen sich auch gerne im Freien aufhalten und das ist bei kaltem Wetter auf die Dauer ungemütlich. Außerdem lieben sie bunte Blumen und die grüne Natur. Und die kommen ja alle nicht, wenn es kalt bleibt. Das bedeutet also, wenn es ewig so bliebe wie jetzt, bekämen die Menschen irgendwann schlechte Laune - und dann würden sie dich auch nicht mehr bauen. So ist das.“ „Na gut“, gab der Schneemann endlich nach, „ich habe sowieso lange genug hier rum gestanden. Aber warum werde ich denn bloß so müde?“ „Das ist doch ganz logisch. Alle Schneemänner gehen in dieser Zeit in den Frühlings-Sommer-Herbst-Schlaf, so wie die Bären ihren Winterschlaf halten. Die werden übrigens auch bald wieder wach.“ „Ach du liebes Lieschen, dann wird es jetzt wirklich Zeit für mich. Mach's gut Sonne und gute Nacht.“ „Schlaf' dich schöne aus, lieber Schneemann. Ich und alle Kinder freuen uns schon auf Dich. Im nächsten Winter.“ (ton)
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Als der kleine Serkan das letzte Spiel in sein neues Regal eingeräumt hatte, war es auch schon langsam Zeit, schlafen zu gehen. Er bekam ein ganz mulmiges Gefühl, denn am nächsten Morgen würde er zum allerersten mal in seine neue Klasse, in der neuen Schule, zu ganz neuen Kindern kommen. "Mama", fragte er, obwohl er die Anwort schon kannte, "kann ich nicht doch lieber in meine alte Klasse? Dann kann ich neben Stefan sitzen." Wie er es geahnt hatte, schüttelte seine Mutter den Kopf und setzte sich zu ihm. "Serkan", sagte sie sanft, "du weißt doch, daß wir jetzt in einer ganz anderen Stadt wohnen, weil Papa hier eine neue Arbeit gefunden hat. Da kannst du nicht mehr in deine alte Schule gehen. Aber du wirst sehen, die Kinder werden bestimmt ganz nett zu dir sein". Naja, dachte Serkan, ob das wohl stimmt? Aber er sagte nichts mehr. Am nächsten Morgen brachte ihn seine Mutter direkt in den neuen Klassenraum. Die meisten Kinder waren schon da und wuselten herum. Die Lehrerin kam lächelnd auf ihn zu und gab ihm sogar die Hand. "Serkan, schön, daß du da bist. Wir freuen uns schon alle auf dich!" Das war ja schon mal ganz gut, aber plötzlich waren alle Kinder ganz still und starrten ihn an. "Das ist also der Neue!", tuschelten sie. Serkan wollte am liebsten wieder gehen und drückte sich an seine Mama. Doch die Lehrerin nahm ihn bei der Hand und führte ihn zu einem freien Platz und Mama ging dann. Neben ihm saß ein Junge, der Ole hieß. Wie kann man nur Ole heißen, dachte sich Serkan. Ole sagte erst mal nicht viel, interessierte sich aber sehr für sein Mäppchen, denn da hatte Serkan einen Bleistift drin, der in ganz vielen Farben glitzerte. "Was'n das für'n Stift?" fragte Ole in der Pause, nachdem er bestimmt schon 10 Mal darauf geschaut hatte. "Och, das ist nur so ein Bleistift", antwortete Serkan, "den hat mir mein Freund Stefan zum Geburtstag geschenkt. Aber Stefan kann ich jetzt ja nicht mehr sehen. Der wohnt nämlich in einer anderen Stadt, da, wo ich auch gewohnt hab". Gerade wollte Serkan wieder traurig werden, da sagte Ole: "Hast du da noch mehr davon? Ich meine von den Stiften." "Nein, ich habe nur einen bekommen." Ole kratzte sich am Kinn und sagte dann: "Ich hab zwar nicht so Glitzersachen, aber dafür hat mein großer Bruder ein Tischfußball-Spiel. Da darf ich aber auch mit spielen. Kannst ja mal vielleicht vorbei kommen, dann können wir vielleicht zusammen ...". "Ja", sagte Serkan langsam, "das kann ich vielleicht machen". Und so wurden Serkan und Ole gute Freunde. Wenn ihr auch mal so etwas erlebt, daß in eure Klasse ein neues Kind kommt, dann denkt daran, wie sich Serkan am Anfang gefühlt hat. Wenn ihr es offen und freundlich willkommen heißt, gewinnt ihr vielleicht sogar einen neuen Freund! (ton)
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Zeichnung von Rivka Simmel (www.simmel-artwork.de)
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„Eier, Eier, immer nur Eier“, brummte der Osterhase vor sich hin. „Eigentlich habe ich gar keine Lust mehr, Eier zu legen. Ich möchte viel lieber Erdbeereis legen, oder Sahnekuchen oder vielleicht Mohrenköpfe“. „Ach du liebes bisschen, Möhrenköpfe“, sagte da die alte Schildkröte Elisabeth, die gerade vorbei kam. „wie sollen denn die Kinder Mohrenköpfe färben? Und einen angemalten Sahnekuchen habe ich auch noch nicht gesehen. Kannst du mir auch verraten, wie man Erdbeereis an einem Osterstrauch aufhängen kann? Oder an einem Fenster, abgesehen davon, dass es in null komma nix weggeschmolzen wäre? „Naja“, sagte da der Osterhase, „da hast du schon ein bisschen recht, aber ...“. „Gar nicht aber“, unterbrach ihn Elisabeth, „sollen die Kinder etwa einen Sahnekuchenwettlauf machen? Was ist, wenn ein Stück herunterfällt. Dann kann man den Kuchen nicht mehr essen. Eier schon. Und was ist mit dem Schippeln?“ fragte die Schildkröte. „Wie, schippeln?“ Der Osterhase stellte sich extra ein bisschen dumm. „Du weißt ganz genau, was ich meine. Schippeln ist, wenn man beim Osterspaziergang die Eier einen Berg herunter kullern lässt und wessen Ei am weitesten kommt, hat gewonnen“. „Ach so, du meinst das schippeln“, sagte der Osterhase. „Ja, das. Soll man das jetzt mit Mohrenköpfen machen, oder mit Erdbeereis?“ fragte Elisabeth herausfordernd. „Und außerdem, wie, bitteschön, sollen die Kinder ...“ „Ist ja schon gut!“, fiel da der Osterhase jetzt Elisabeth ins Wort, „du hast mich überzeugt. Die Idee war vielleicht noch nicht so ganz ausgereift. Dieses Jahr werde ich halt noch mal Eier legen. Dann habe ich ja wieder ein Jahr Zeit und kann mir etwas anderes überlegen. Vielleicht probiere ich es dann mit Hamburgern, oder vielleicht sauren Gurken, oder doch lieber Käsewürfel ...“. In diesem Jahr haben wir also alle noch mal Glück gehabt und können uns über Ostereier freuen. Wer weiß, was uns im nächsten Jahr erwartet... (ton)
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